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Feuchte Uraufführung bei Paulmann
Deister-Anzeiger Nr. 256. Sonnabend, 2. 11. 2002

mit Beate Gatscha,Gert Anklam, Uli Moritz


Bienenstich kennt wohl jeder, auch der Eicherstich ist ein Begriff und sogar der Kupferstich. Doch wenn jemand davon erzählt, dass man zwecks Klangerzeugung im Wasser herumstochert und offensichtlich auch noch jede Menge Spaß dabei hat, dann – seien wir doch ganz ehrlich-denken wir eher an einen Sonnenstich. Bis vor kurzem jedenfalls war das so. All diejenigen, die „ Kultur nach Feierabend“ im Paulmann Casino erlebt haben, sin jetzt schlauer. Zu Gast waren dort nämlich Beate Gatscha und Gert Anklam aus Berlin. Und die Welt am Deister hat eine Uraufführung erlebt: Musik auf der Wasserstichorgel. Sie besteht aus vier blau lackierten Kunststoffrohren unterschiedlicher Länge und Dicke. Grund- und Obertöne entstehen darauf durch Bewegung im Wasser. Zwar ist das Repertoire der Töne eingeschränkt, doch Musik auf der Wasserstichorgel ist immer auch perkussive Musik, und das führten Beate Gatscha und Gert Anklam im voll besetzten Casino eindrucksvoll vor. Die Zuschauer erlebten überdies die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten dieses Instruments beispielsweise mit der Holz-Querflöte, die Gert Anklam ebenso gekonnt und behutsam spielte wie das Sopransaxophon. Die Künstler entführten mit Tanz und Perkussion ( Beate Gatscha ) auch noch in das ferne Indien, wohin sie für ein mehrmonatiges Musikstudium gereist waren. Ernst Böse aus Völksen las zwischen den einzelnen Stücken Tagebuchaufzeichnungen aus dieser zeit. Faszinierend aber war sie geschmeidige Synthese von Ausdrucksmitteln verschiedener Kulturen und eigener Stile.

Ged/Deppe

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